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ÖEHV-Teamspieler Michael Raffl in der NHL
Der 24-jährige Flügelstürmer aus Kärnten unterschrieb bei den Philadelphia Flyers.

 

Die Erfolgsgeschichte des Michael Raffl war schon vor der letzten Spielzeit keine Kurzgeschichte, doch in dieser überschlugen sich die Highlights geradezu. Zuerst führte er den schwedischen Allsvenskan-Klub Leksands IF mit 24 Toren und 22 Vorlagen zum Gewinn der regulären Saison, in den Playoffs folgte mit dem Aufstieg dann die Krönung. „Wir haben das ganze Jahr über sehr hart für diesen Moment gearbeitet. Es war sicher das schönste Gefühl meiner Karriere, als wir das Ziel endlich erreicht hatten“, berichtet der 24-Jährige, der aber auch schon in seiner Heimatstadt bei einem großen Festakt dabei sein durfte. Doch der ehrgeizige Raffl will sich nicht zu sehr mit dem Meistertitel des EC VSV im Jahr 2006 schmücken, bedeuteten acht Einsätze doch seine ersten Erfahrungen in der Kampfmannschaft.

In den nächsten fünf Anläufen mit den Blau-Weißen, als die Nummer 12 schon zum Stammpersonal gehörte, sollte es dann nicht mehr zum großen Wurf reichen. „Ich habe durchwegs schöne Erinnerungen an meine Zeit in Villach, vor allem das Freiluftderby war etwas ganz Besonderes. Leider konnten wir den Erfolg von 2006 nicht mehr wiederholen“, klingt Raffl gar wehmütig. Nicht überraschend, ist er mit dem Verein doch verwurzelt wie kaum ein anderer. Denn Vater Peter, der über 20 Jahre lang durchgehend für den VSV spielte und an drei Meistertiteln maßgeblich beteiligt war, wird in Villach heute noch der „blaue Blitz“ genannt. Seine Söhne Thomas, der heute in Salzburg spielt, und Michael – der jüngere der beiden Sprösslinge - hatten kein leichtes Erbe, folgten doch problemlos in die Fußstapfen. Michael betrat 260 Mal das Eis der Erste Bank Eishockey Liga, erzielte dabei 146 Punkte, bevor er im Sommer 2011 nach Leksand wechselte. „Es bringt einen weiter, wenn man sich im Ausland beweisen muss. Damit wächst man als Spieler und auch als Persönlichkeit. Ich kann jedem jungen Spieler nur mit auf den Weg geben, dass sich harte Arbeit lohnt und dass man den Schritt ins Ausland auf jeden Fall wagen sollte“.

Seine guten Leistungen in Villach brachten Michael Raffl auch schnell einen Platz im österreichischen Nationalteam ein. Der Angreifer debütierte in einem Bewerbsspiel bei der Olympia-Qualifikation im Februar 2009 in Hannover/Deutschland. Raffl leistete im abschließenden Gruppenspiel gegen Japan seinen ersten Assist auf internationaler Bühne, eine knappe Niederlage gegen den Gastgeber machte den Traum von Olympia doch schon vorher zunichte. Knapp vier Jahre später führte ihn dann ein Auftritt mit dem Team Austria an das Ziel seiner Träume. Raffl glänzte in Helsinki bei der Weltmeisterschaft bei der 4:8-Niederlage gegen den noch amtierenden Weltmeister Russland an der Seite von Österreichs NHL-Veteran Thomas Vanek mit zwei Punkten und ließ das Interesse an seiner Person plötzlich groß werden. Mehrere Teams aus der besten Eishockeyliga der Welt buhlten um die Gunst des 24-Jährigen, am Ende fiel die Wahl auf die Philadelphia Flyers. Nach Bernd Brückler und Andreas Nödl (2001 bzw. 2006 von den Flyers gedrafted) versucht sich nun Raffl in Pennsylvania. Der Weg in die NHL wird jedoch ein harter werden, gilt sein Zwei-Wege-Vertrag natürlich auch für das Farmteam, die Adirondack Phantoms. „Es ist eine großartige Möglichkeit für mich. Ich weiß noch nicht, was mich erwarten wird, aber ich werde im Sommer noch härter an mir arbeiten. Es gibt natürlich überall andere Trainingsphilosophien, doch in Sachen Fitness zählte ich bislang in jedem Team zu den Besten. Wir haben in Villach eine Trainingsgruppe, der auch mein Bruder und einige VSV-Spieler angehören“.

Sobald das Abenteuer beginnt, muss sich Raffl schnellstmöglich an die kleinere Eisfläche und das schnellere Spiel gewöhnen. Der Villacher wird seinen Weg auch in Übersee beibehalten und trotz der größer gewordenen Distanz die Nähe zur Erste Bank Eishockey Liga nie verlieren. „Ich halte mich immer auf dem Laufenden, schaue mir im Internet wenn möglich jedes Livespiel vom VSV und auch Salzburg an. Wenn es die Zeit zulässt, wird sich das auch nicht ändern“.

 

(EBEL)

18:25 06.06.2013

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